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Die Unterschiede bei den Stromtarifen je Stadt kommt durch Paketpreise in der Hauptsache zu Stande
Die Medien informieren immer wieder darüber, dass man den Stromanbieter wechseln soll und man dabei Geld sparen kann. Dies hängt zusammen mit den unterschiedlichen Stromtarifen, die die Stromanbieter anbieten:
Um das näher zu erläutern hier mal ein Beispiel aus dem Strom-Tarifrechner, der aber für jede Stadt und jeden Ort in Deutschland gültig ist.
Beim Strom-Tarifrechner gibt man zuerst seine PLZ ein, denn an jedem Ort sind von den über 1.000 Stromanbietern nur einige verfügbar. Weiter gibt man seinen jährlichen Stromverbrauch ein, denn je nach abgenommener Menge gibt es unterschiedliche Stromtarife.
Dies zeigt das Beispiel Berlin:
Wir verwenden für die Berechnung in diesem Fall die PLZ 10178 und gehen von einem Stromverbrauch im Jahr von 5.000 kWh (4-Personen Haushalt) aus. Weiter wählen wir im Strom-Tarifrechner eine monatliche Zahlungsweise (Abschlag):
Daraus ergeben sich jährliche Stromkosten zwischen 912,99 Euro bis 1.346,81 Euro, also einem Unterschied von 433,82 Euro. Der teuerste Stromtarif ist also um ganze 47,5% teurer als der billigste Stromtarif.
Wie kommt das?
Der teuerste Stromanbieter in diesem Beispiel verlangt 24,80 Cent /kWh (brutto), sowie eine Grundgebühr im Jahr 106,81 € (brutto).
Der billigste Stromanbieter bieten einen Paketpreis bei einer Abnahme von 5.200 kWh für den Pauschalpreis von 1.217,32 brutto, hier ist die jährliche Grundgebühr bereits inklusive. Abgezogen wird davon noch ein 25% Neukundenbonus von maximal 304,33 Euro.
Lässt man den Neukundenbonus weg, so betragen die Stromkosten bei einem anderen billigeren Stromanbieter in den Folgejahren nur 1.101,36 brutto, das sind dann immer noch 22,3% weniger als beim teuersten Stromanbieter.
Als Grundversorger in Berlin haben die meisten Bürger den Strom bei Vattenfall mit dem Berlin Basis Privatstrom. Dieser kostet im Jahr 1.282,30 Euro brutto. Gegenüber dem billigsten Stromanbieter sind das aber immer noch 16,4% mehr (ohne Neukunden Bonus) bzw. 40,5% mehr (mit Neukunden Bonus). Das liegt daran, dass es hier keinen Paketpreis bei einer Mindestabnahme gibt, sondern nur einen kWh Preis sowie eine jährliche Grundgebühr.
An diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass es sich lohnt auf einen billigeren Stromtarif zu wechseln, wenn man den ungefähren Jahresverbrauch kennt. Diesen kann man aus den Strom-Jahresabrechnungen der letzten Jahre verwenden und selber einschätzen ob man im kommenden Jahr gleich viel Strom, weniger oder mehr verbrauchen wird.
Die garantierte Abnahme einer bestimmten Strommenge ist deshalb im Paketpreis günstiger, da der Stromanbieter genau kalkulieren kann, wie viel Strom er im Jahr benötigt, diesen entweder im Großpaket einkauft oder selber produziert.
Wenn also ein Stromanbieter weiß, dass er zum Beispiel 100.000 Kunden hat, die jeweils 5.000 kWh verbrauchen, so kann er die benötigte Gesamt-Strommenge von 500.000.000 ordern und erhält für diese große Menge einen deutlich günstigeren Preis, den er an die Kunden weiter geben kann.
Weißt der Stromanbieter nicht genau wie viel Strom er im Jahr für seine Kunden einkaufen muss, so muss er "Ad-Hoc" den Strom bestellen, also immer nur die Menge, die "gerade" benötigt wird, dafür muss der Stromanbieter den Strom teurer einkaufen, da die Strom-Hersteller unvorhergesehen "Mehrbedarf" bereitstellen müssen bzw. flexiblen Strom zusätzlich einkaufen müssen.
Das bedeutet, dass Menschen, die ihren Stromverbrauch vorher einplanen können einen besseren Strompreis erhalten.
Bei einem Paketpreis ist es dann so, dass man sich für eine bestimmte Strommenge verpflichtet, das heißt aber auch, dass Mindermengen oftmals verfallen, da man ja den jährlichen Pauschalpreis hat. Mehrbedarf kostet dann oft ein paar Cent je kWh mehr, daher sollte der jährliche Stromverbrauch möglichst exakt eingeschätzt werden.
Wer also zum Beispiel im letzten Jahr 4.900 kWh verbraucht hat, der gibt im Strom-Tarifrechner mit ein bisschen "Puffer" 5.000 kWh ein. Jetzt werden Pakete angeboten von 5.200 kWh. Das bedeutet, wenn man exakt die gleiche Menge Strom wie im letzten Jahr verbraucht, dass man zwar 300 kWh im Paket mehr bezahlt, dies aber immer noch deutlich günstiger ist, als wenn man sich nicht für eine garantierte Menge entscheidet.
Blöd ist es, wenn man im laufenden Jahr "wesentlich" weniger Strom verbraucht, zum Beispiel weil man mehrere Monate verreist, im Krankenhaus ist oder auf eigenen Solarstrom wechselt. Dann muss man trotzdem die garantierte Menge abnehmen, ob man den Strom verbraucht oder nicht. Dies sind aber sicherlich die wenigsten Fälle und das kann jeder selber einschätzen.
Bei Menschen die beruflich flexibel bleiben müssen, zum Beispiel durch den Wechsel des Wohnortes innerhalb des Jahres eigenen sich die Paketpreise (Mindestabnahmemengen) daher weniger, wenn diese an einen völlig anderen Ort, also in eine andere Stadt ziehen, bei der der gewählte Stromanbieter nicht verfügbar ist.
Wechselt man allerdings die Wohnung innerhalb der Stadt und kann vom gleichen Stromanbieter beliefert werden, so ist das kein Problem, man meldet dem Stromanbieter einfach die neue Adresse und kann den Paketpreis sowohl in der alten als auch in der neuen Wohnung nutzen.




